Archiv für August 2011

Studie zu Sozialstandards, Handelsbeziehungsstandards & Regionalität im fairen Handel & im Biohandel

Donnerstag, 18. August 2011

Fairness in der Handelskette ist schon seit der Gründung von Plattsalat ein wichtiges Thema. Die Baustellen sind beinahe unermeßlich, die Bedingungen katastrophal, fast egal wo man schaut: sei es bei der Bezahlung oder den Arbeitsbedingungen der Landwirte in aller Welt, bei den Verarbeitern, bei den Logistikern und nicht zu letzt auch beim Einzelhandel, egal ob REWE oder Aldi und Lidl – bei Alnatura & Co sieht es leider auch nicht viel besser aus. Auch im Biohandel und im fairen Handel machen sich die Ausbeutungs- und Preiskampfmethoden des konventionellen Einzelhandels immer stärker breit und diejenigen, die andere Vorstellungen von Fairness in der Handelskette haben, geraten immer mehr unter Druck.

Solch eine Entwicklung bleibt natürlich nicht ohne Gegenbewegung und neben der bio-regio-fairen Genossenschaft copino, bei der Plattsalat auch Genosse ist, sind in den letzten Jahren einige spannende Initiativen entstanden, die über Alternativen nicht nur reden wollen, sondern habhaft daran arbeiten. copino wollte genauer wissen, wo der Biohandel und der faire Handel bezüglich Sozialstandards, Handelsbeziehungsstandards und Regionalität eigentlich stehen und wo die aktuellen Entwicklungen hinlaufen. Zwei Plattsalat-Mitglieder, Helen Wegener & Thomas Becker haben die Studie  „Rundum Gut? Überblick und Bewertung der Zertifizierung von Sozialstandards, fairen Handelspraktiken und Regionalität im Biohandel und im fairen Handel“ für copino erstellt.

Es sollte vor allem darum gehen, die relativ junge Bewegung im Biohandel und im fairen Handel besser zu verstehen, den Stand der Neuentwicklungen zu eruieren und Einschätzungen von Experten im Feld einzuholen, um auf dieser Basis Vorschläge für die Weiterentwicklung der Bewegung zu machen. Auf dieser Basis macht die Studie zuletzt noch konkrete Vorschläge für eine glaubwürdigen Umgang mit bio-regio-fair für die Arbeit von copino und sie wird copino dabei helfen festzulegen, mit welchen Standards copino in welcher Kombination arbeiten wird.

Wir suchen eine/n Mitarbeiter/in

Donnerstag, 11. August 2011


Plattsalat ist ein Mitgliederladen, der selbstverwaltet funktioniert. Darum suchen wir Menschen, die selbstbestimmt in einem Team arbeiten wollen, die ein hohes Maß an Verantwortung mitbringen und die Talent und Begeisterung für organisatorische Abläufe und Prozesse haben.

Die gesamte Ausschreibung gibt es hier zum herunterladen: Stellenausschreibung Plattsalat West 2011-08

Was EHEC mit Kraftfutter und der Massentierhaltung zu tun hat

Mittwoch, 03. August 2011

Mittlerweile wissen wir zwar, daß EHEC nicht von Gurken, Tomaten und anderem Gemüse übertragen wurden, sondern von Bockshornkleesamen aus Ägypten. Wie es aber dazu kommt, daß hochansteckende und resistente Erreger entstehen und sich verbreiten, dazu wurde sehr wenig gesagt – wie meistens, wenn es um den Schutz der Massentierhaltung, der industriellen Landwirtschaft und auch der Pharmaindustrie geht.

Daß die immer stärker um sich greifende Resistenzbildung gegen Antibiotika etwas mit dem verantwortungslosen Umgang mit Antibiotika in der Medizin zu tun hat sowie mit der routinemäßigen Beimischung von Antibiotika ins Futter von Tieren, dürfte klar sein.

Dass auch der Kraftfuttereinsatz in der konventionellen Landwirtschaft etwas damit zu tun hat, war mir zumindest neu. Schaut selbst in diesem kurzen Dokubeitrag von 3sat.

Das Absurdeste an dieser weltweiten „Arbeitsteilung“ ist, daß:

  • erst Regenwälder abgeholzt werden, damit z.B. Soja für den Export als Tierfutter angebaut werden kann oder aber traditionelle Landwirtschaftssysteme für grossflächige exportorientierte Monokulturen zerstört werden
  • diese dann bei uns in agroindustriellen Betrieben den Rindern verfüttert werden
  • dadurch Überschüsse produziert werden
  • die dann exportiert werden und im Ausland – oft im Süden – kleinstrukturierte („nicht konkurrenzfähige!“) Landwirtschaften zerstören

Und dabei sieht sich jeder in der Rolle des Getriebenen, der aus wirtschaftlichen Zwängen nicht anders handeln kann.

Ein vollkommen destruktiver Kreislauf, dessen einziger Sinn die Profitmaximierung großer Akteure in der Handelskette ist – und dabei haben wir noch nicht einmal auf die sonstigen negativen gesellschaftlichen und ökologischen „Nebenwirkungen“ dieser Wirtschaftsweise geschaut.

Wir brauchen andere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, damit dieses System sich nicht immer weiter dreht. Dafür setzen wir uns ein.

Trotzdem meinen wir, daß niemand wirklich gezwungen ist bei dem Spiel mitzuspielen: JedeR hat Handlungsspielräume, jedeR kann für sich umsteuern, kann anders einkaufen, kann anders mit den Handelspartnern umgehen – jedeR kann Verantwortung für sein Handeln übenehmen.